Vinifikation Nach Lagen getrennte, ca. 18-tägige Maischegärung bei kontrollierter Temperatur im Stahltank. Die Trauben der drei Weinberge wurden separat vinifiziert und während 18 Monaten in Barriques bzw. Tonneaux aus französischer und slawonischer Eiche ausgebaut. Danach wurde die Assemblage vorgenommen.
Charakter Leuchtendes Rubin; saubere, sortentypische Frucht, komplex, intensiv und langanhaltend mit der richtigen Balance zwischen Kraft und Eleganz. Die mineralischen Töne widerspiegeln sehr schön das Terroir des Vulture. Eine lohnende Entdeckung!
Geschichte Die Basilikata ist nicht nur eine der unbekanntesten Regionen Italiens, sie ist auch diejenige mit der tiefsten Bevölkerungsdichte. Dabei ist die „terra delle basiliche“, das Land der vielen Kirchen, sowohl aus kultureller als auch aus önologischer Sicht ganz besonders interessant und entdeckenswert. Wie ganz Süditalien war auch diese Region Teil der „Magna Graecia“. Wie in allen ihren Kolonien betrieben die antiken Griechen, die sich ab dem 8. Jahrhundert vor Christus in Süditalien niederliessen, auch hier rege Acker- und Weinbau. Die Traubensorte Aglianico, in deren Name sich „ellenico“ (hellenisch) versteckt, ist die erste Sorte, die die griechischen Siedler in „Oinotria“ (Weinland), wie sie ihre neue, fruchtbare Heimat nannten, einführten. Kenner des italienischen Weinbaus sind der Ansicht, dass sie die Urmutter aller alten, italienischen Rebsorten sei. Vergleicht man diese Sorte bezüglich Tanninstruktur, Aromatik und Lagerfähigkeit zum Beispiel mit dem Nebbiolo aus dem Piemont, sind Ähnlichkeiten unübersehbar. Auch der aus dem historisch bedeutsamen Städtchen Venosa in der Basilikata stammende römische Dichter Horaz besang in seinem Werk bereits die Einzigartigkeit seiner Erde und ihres köstlichen Rebensaftes.
Der gebürtige Römer Fabrizio Piccin, absolvierte ursprünglich ein Jus-Studium, bevor er ein abenteuerlicheres Leben den Paragraphen vorzog. Nach Erfahrungen als Matrose, Schafzüchter und Pecorino-Produzent, kaufte der Enkel eines für seine Zeit modernen Weinbauers der Region Latium 1983 das toskanische Weingut Salcheto, mit dessen Vino Nobile die Montepulciano er für den Jahrgang 1997 sogar die begehrten „tre bicchieri“ erhielt. Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs entschied er sich, nochmals ganz von vorne zu beginnen. In der Basilikata fand er Bedingungen vor wie 20 Jahre früher in der Toskana und so erwarb er ab 1998 konsequent Weingärten rund um den erloschenen Vulkan Vulture. Heute ist er im Besitz von 18 ha an vier Lagen, die sich sowohl von der Höhe (250 – 600 m ü. M), dem Mikroklima, der Ausrichtung als auch von der Bodenbeschaffenheit sehr stark unterscheiden und die mit bis zu 60-jährigen Aglianico-Stöcken bepflanzt sind. Diese bringen keine hohen Erträge mehr, erzeugen aber umso komplexere Weine. Dank der Tatsache, dass die Basilikata das Stiefkind Italiens ist, blieb sie von den Sünden der italienischen Weinindustrie der vergangenen 50 Jahren verschont. So fand Fabrizio in seinen alten Weingärten keine Pergola vor, dafür aber Bepflanzungen nach modernsten Gesichtspunkten mit 6000 bis 10'000 Stöcken pro Hektare.
Der Bosco del Falco 2005 ist eine Auslese der besten Trauben von über 50 Jahre alten Rebstöcken der drei ausgezeichneten, sich bezüglich Bodenbeschaffenheit, Mikroklima und Höhe stark unterscheidenden Lagen Maschito, Ginestra, Venosa und Rapolla. Die Selezione, von der nur rund 7000 Flaschen erzeugt worden sind, kam erstmals im November 2007 in den Handel.
Terroir Von den Lagen Ginestra, Venosa, Maschito und Rapolla, Provinz Potenza
Konsumhinweis Zu Lamm, Wild und Wildgeflügel, sowie anderen kräftigen Fleischspeisen, zu Gemüsegratins und gut gelagertem Käse wie Pecorino oder Sbrinz.
|